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PharMon
Überblick und Hauptziele
PharMon ist ein Monitoring-System, das deutschlandweit den missbräuchlichen bzw. abhängigen Arzneimittelkonsum unter Patienten ambulanter Suchtberatungsstellen erfasst. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert und vom IFT Institut für Therapieforschung in München durchgeführt. Durch das regelmäßige und systematische Monitoring des Konsums ergeben sich Informationen zur Gefährdung bestimmter Klientengruppen, zu Missbrauchsmustern, Abhängigkeitspotenzial von Arzneimitteln und aktuellen Trendentwicklungen im Arzneimittelmissbrauch.
tabletten.jpg  Foto: Rainer Sturm/pixelio.de
Die Rekrutierung der Klientenstichprobe erfolgt über die PharMon-Referenzeinrichtungen, in denen die Klienten in Behandlung sind. Die zurzeit 34 PharMon-Referenzeinrichtungen bilden einen Anteil von 5% an der Gesamtzahl der Einrichtungen, die sich an der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) beteiligen. Die DSHS beschäftigt sich mit der Dokumentation und Analyse von Charakteristika des Versorgungssystems für Suchtkranke im ambulanten und stationären Bereich in Deutschland. PharMon-Daten werden mit DSHS-Daten jährlich verglichen um die Repräsentativität der Stichprobe zu überprüfen.
Das PharMon-Projekt dokumentiert Medikamentenmissbrauch bei Patienten, die unter alkohol- oder drogenbezogenen Störungen leiden. Diese Population hat oftmals einen erleichterten Zugang zum Grau- und Schwarzmarkt und verwendet überdurchschnittlich häufig Medikamente als Ersatz oder Wirkungsmodulator (d.h. um die Wirkung anderer Substanzen zu beeinflussen). Durch die Spezifität der Stichprobe erfolgt eine sehr sensitive Überwachung des Problembereichs. Hauptziele des Projekts sind:
  • eine Charakterisierung des Arzneimittelmissbrauchs bei Personen mit substanzbezogenen Störungen,
  • eine Einschätzung des Abhängigkeitsprofils missbrauchter Substanzgruppen,
  • eine Gegenüberstellung der Ergebnisse mit denen der vorherigen Berichtsjahre, um daraus Aussagen über mögliche Trendentwicklungen abzuleiten.

Ergebnisse und weitere Informationen
Wichtige Themen der letzten Jahre waren zum Beispiel Tilidin-Missbrauch, der 2008 vermehrt als Trenddroge von Jugendlichen in die Schlagzeilen geraten ist und die sogenannten Z-Drogen (z.B. Zopiclon und Zolpidem), über deren Missbrauchspotenzial noch stark diskutiert wird.

Für mehr Informationen zu Ergebnissen des PharMon-Projektes haben wir Ihnen eine Liste von aktuellen Publikationen am Ende der Seite zusammengestellt. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen des Projektes finden Sie in unseren Newsletters, die regelmäßig an unsere Referenzeinrichtungen versandt werden: 

Newsletter Mai 2008
Newsletter Dezember 2008

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des IFT München.

Aktuelle Publikationen
Küfner, H., Rösner, S., Pfeiffer-Gerschel, T. & Casati, A. (2009). Missbrauch von Antidepressiva bei Suchtpatienten in psychosozialen Beratungsstellen. Suchtmedizin, 11 (3), 107-114.
Küfner, H. & Rösner, S. (2008). Monitoring des Arzneimittelmissbrauchs bei Klienten ambulanter Suchtberatungsstellen (PHAR-MON, ehemals: ebis-med). Das Gesundheitswesen, 70, 305-314.
Rösner, S. & Küfner, H. (2007). Monitoring des Arzneimittelgebrauchs 2006 bei Klienten von Suchtberatungsstellen (PHAR-MON). Sucht, 53 (Sonderheft 1), S65-S77.
Rösner, S. & Küfner, H. (2007). Arzneimittelmissbrauch bei Personen mit Abhängigkeitserkrankungen - Ergebnisse des Monitoring-Systems ebis-med. Suchtmedizin in Forschung und Praxis, 1, 7-23.