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Mittwoch, 08. September 2010
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Projekt: Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen
Vollständiger Projekttitel:
Prävention injektionsbedingter Gesundheitsschäden bei Drogenkonsumenten in Deutschland: Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen – eine Bestandsaufnahme

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Foto: Jens Goetzke/ pixelio.de
Das Ziel dieser vom BMG geförderten Studie ist die Zusammenstellung von verfügbaren Programmen, Maßnahmen und Vorgehensweisen zur Prävention infektionsbedingter Gesundheitsschäden („Safer Use“) bei Drogenkonsumenten in Deutschland. Die Informationen werden auf Bundes- und Landesebene und in ausgewählten Städten erfasst.
Die Untersuchung beschränkt sich nicht auf Programme, in deren Rahmen Injektionsinstrumente getauscht oder verkauft werden, vielmehr ist eine umfassende Bestandsaufnahme präventiver Maßnahmen eines Safer-Use-Ansatzes vorgesehen. Dazu gehören
(1) Bereitstellen von Konsumräumen,
(2) Kostenlose Bereitstellung steriler Utensilien,
(3) Kostenlose Vergabe steriler Utensilien nur gegen Tausch gebrauchter Spritzen,
(4) Verkauf steriler Utensilien zur Injektion (z.B. Automaten, Verkauf in der Einrichtung),
(5) Aufklärung über Risiken injizierenden Drogenkonsums (inkl. des Ziels zur Veränderung der Konsumform),
(6) Sonstige präventive Maßnahmen, z.B. kostenlose Vergabe oder Verkauf von Kondomen.

Bundesweite Statistiken über die exakte Zahl der Vergabestellen oder die Zahl verteilter Spritzen, Kanülen, Kondome etc. stehen bislang nicht zur Verfügung. Darüber hinaus existieren nur wenige systematische Informationen zu den Strukturen/Rahmenbedingungen der Spritzenvergabe und anderer Safer-Use-Maßnahmen (z. B. wer entscheidet über Programme, wer finanziert sie, werden die Programme evaluiert, gibt es systematische Schnittstellen zu anderen Beratungs-/ Behandlungsangeboten).

Bei einer vorläufigen Recherche zeigte sich, dass einige Informationen vorliegen, z.B. in Berichten einzelner Suchthilfeeinrichtungen, AIDS-Hilfen oder Drogenkonsumräume, nicht aber ein Gesamtüberblick. Aus den vorliegenden Unterlagen und mündlichen Informationen wird deutlich, dass erhebliche regionale, kommunale und trägerbezogene Unterschiede im Vorgehen bestehen. Diese hohe Variationsbreite des Vorgehens erfordert eine sorgfältige Erfassung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Maßnahmen.

Methodik: Befragt werden Experten auf verschiedenen Handlungsebenen (Landesdrogenbeauftragte, Landesstellen für Suchtfragen, Wohlfahrtsverbände, Ärzte- und Apothekerkammern...). In neun Städten werden zusätzlich gezielt Einrichtungen mit Angeboten des Safer-Use/Safer-Sex mit einem strukturierten Erhebungsbogen befragt. Der Zugangsweg über die Versorgungsstrukturen soll genutzt werden, um vor allem Daten über die Angebotsseite zu erhalten.

Erwartete Ergebnisse: Hinweise auf Verbreitung, Nutzung und Akzeptanz bisheriger Maßnahmen und auf eventuelle Defizite in der Versorgung.

Laufzeit: Mai bis Dezember 2010
Ansprechpartner:
Frau Dr. Stephanie Flöter (floeter[a]ift.de)
Herr Dr. Heinrich Küfner (kuefner[a]ift.de)