EMCDDA

Die in Lissabon ansässige Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht - EBDD (European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction - EMCDDA) zählt seit 1993 zu den Agenturen der Europäischen Union, deren gemeinsames Ziel in einer Dezentralisierung der Maßnahmen der EU und in der Entwicklung von wissenschaftlichem und technischem Know-how in mehreren Bereichen besteht. Ziel der EMCDDA ist es, für die Mitgliedsländer der EU ein objektives, verlässliches und zwischen den Ländern vergleichbares Bild der Situation des Drogenkonsums und seiner Folgen und Begleiterscheinungen zu zeichnen. emcdda.jpg

Die Verbesserung der Vergleichbarkeit der Daten innerhalb der teilnehmenden Staaten ist einer der Hauptschwerpunkte der EMCDDA. Sie stützt sich dabei auf ein Netzwerk nationaler Knotenpunkte (Focal points), welche das Europäische Informationsnetz zu Drogen und Drogensucht (REITOX) bilden. Die Knotenpunkte sammeln und analysieren Daten auf nationaler Ebene anhand gemeinsamer, standardisierter Verfahren und Instrumente. Die Koordination der Datenanalyse und der Vergleich auf europäischer Ebene erfolgt in der EMCDDA. Der Jahresbericht zur Drogensituation in der EU und Norwegen und ein online verfügbares statistisches Bulletin geben einen Überblick über die aktuelle Situation und sich abzeichnende Trends. Zusätzlich werden die Arbeitsergebnisse der EMCDDA in diversen speziellen Publikationen veröffentlicht. Aufbauend auf die Daten der EMCDDA können gesetzliche und politische Strategien durch die Entscheidungsträger begründet werden und helfen den zuständigen Stellen, bewährte Verfahren (best practices) zielgenau einzusetzen.

Über die Website der EMCDDA ist ein kostenfreier Zugang zu verschiedenen Datenbanken möglich.

Detaillierte Angaben über den Auftrag, die Geschichte und den Aufbau der EMCDDA finden sich auf der Website der EMCDDA.

Nationale Knotenpunkte

Die EBDD/EMCDDA koordiniert das Europäische Informationsnetzwerk zu Drogen und Drogenabhängigkeit (European Information Network on Drugs and Drug Addiction - REITOX), welches aus den Nationalen Knotenpunkten der EU-Mitgliedsstaaten, Norwegens und der EU-Beitrittskandidaten sowie einem Knotenpunkt in der Europäischen Kommission besteht. Durch die Erweiterung der EU unterliegt auch das REITOX Netzwerk einer ständigen Ausweitung. Die Anzahl der Knotenpunkte ist in den letzten Jahren auf 31 (inklusive Beitrittskandidaten Kroatien und Türkei) angewachsen. Die EMCDDA unterstützt die EU-Beitrittskandidaten bei der Anpassung der Strukturen und Verfahrensweisen an EU Standards.

Die Knotenpunkte koordinieren die nationalen Informationszentren, um die Anforderungen der EMCDDA bezüglich Kerndaten und jährlicher nationaler Berichte zur Drogensituation zu erfüllen. Sie sind dabei wichtige Partner und zentrale Informationsstellen für das jeweilige Land.

Die Finanzierung der nationalen Knotenpunkte erfolgt zu gleichen Teilen durch das Land und die Europäische Union.

Detaillierte Angaben über das REITOX Informationsnetzwerk sowie Informationen zu den einzelnen Knotenpunkten finden sich auf der Website der EMCDDA.

Weitere internationale Beteiligte

Die Europäische Union und die Kommission 
Verschiedene Institutionen der  Europäischen Union, insbesondere eine Reihe von Abteilungen der Europäischen Kommission, sind mit dem Thema Drogen direkt oder indirekt befasst.

Die folgende Liste dient einer allgemeinen Orientierung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Generaldirektionen für:

  • Justiz, Freiheit und Sicherheit
    Koordination der Kommissionsabteilungen, die mit dem EU Aktionsplan zum Kampf gegen Drogen befasst sind. Sitz des REITOX Knotenpunkts der Kommission;
  • Erweiterung
    zuständig für die technische Unterstützung in Ländern in Mittel- und Osteuropa, vor allem in EU Beitrittskandidaten, im Kampf gegen die Drogen und bei ihren Bemühungen zur Angleichung an die Verhältnisse in den bisherigen EU Mitgliedsstaaten;


Andere EU Partner:

  • Europäisches Parlament
    Budget(mit-)verantwortung  und damit wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung der drogenbezogenen Ansätze auf Europäischer Ebene.



Die Pompidou-Gruppe des Europarats 
Die Aufgabe der Pompidou Gruppe des  Europarats ähnelt denen der EMCDDA in vieler Hinsicht. Da sie im Europarat angesiedelt ist, erreicht sie auch die Länder, die nicht Mitglieder der EU sind. Die Pompidou-Gruppe hat bereits seit mehr als 10 Jahren vor allem im Bereich Epidemiologie und Reduzierung der Nachfrage eine Reihe von Entwicklungsarbeiten geleistet, auf die die EMCDDA aufbaut. Um Doppelarbeit zu vermeiden, ist eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen der EMCDDA und der Pompidou-Gruppe notwendig. So sind Vertreter beider Einrichtungen jeweils als Beobachter in den entsprechenden Beschlussgremien vertreten. In einzelnen Projekten arbeiten beide Institutionen eng zusammen.


Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC)  
Das Internationale Drogenkontrollprogramm des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) stellt eine weltweite Grundlage für den Umgang mit Drogenproblemen dar. Die UNDCP erfasst alljährlich Informationen zur nationalen Umsetzung der vereinbarten Kontrollpolitik und zur Entwicklung des Drogenkonsums. Die EMCDDA nimmt als Beobachter an den Sitzungen der UN Kommission zu Narkotika (CND) teil, die UNDCP entsendet einen Beobachter in die Sitzungen des EMCDDA Verwaltungsrats. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen konzentriert sich besonders auf die Verbesserung der Sammlung und Analyse von Daten sowie auf die Weiterentwicklung von Methoden des Datenvergleichs.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)  
Insbesondere im Zusammenhang mit Kosten und Wirksamkeit von Behandlungsansätzen Substanz induzierter Störungen haben EMCDDA und das  WHO Programm zum Substanzmissbrauch (WHO-PSA) konkrete gemeinsame Interessen. Die EMCDDA hat die WHO-PSA bei der Erstellung einer Reihe von Handbüchern (z.B. Planning Evaluation Research and Implementing Evaluation Research) und anderen Texten finanziell und technisch unterstützt.


Interpol   
Interpol ist die Internationale Organisation der Kriminalpolizei. Sie schließt nicht nur die Mitgliedsländer der EU ein, sondern operiert weltweit. Neben anderen Formen von Kriminalität ist Drogenkriminalität auch für Interpol ein wichtiges Thema, zumal Produktion und Handel natürlich erzeugter Drogen wie Heroin und Kokain weltweit stattfinden.


Europol  
Das Europäische Polizeibüro (Europol) soll dazu beitragen, die Kooperation und den Informationsaustausch zwischen den nationalen Polizeidiensten zu verbessern und die Effektivität grenzüberschreitender Polizeiarbeit erhöhen. Arbeitsbereich sind Terrorismus, Drogenhandel und andere Formen schwerer Kriminalität, die mehrere Mitgliedsstaaten betreffen. Die EMCDDA und Europol arbeiten insbesondere im Rahmen der EU Gemeinschaftsaktion zum Austausch von Informationen, zur Messung von Risiken und zur Kontrolle neuer synthetischer Drogen zusammen. Die beiden Institutionen tragen dabei jeweils aus unterschiedlichen Bereichen - einmal der Polizeiarbeit, zum anderen aus dem Bereich der Konsumenten und behandelten Abhängigen - komplementäre Informationen zusammen.

Das Europäische Polizeibüro (Europol) soll dazu beitragen, die Kooperation und den Informationsaustausch zwischen den nationalen Polizeidiensten zu verbessern und die Effektivität grenzüberschreitender Polizeiarbeit erhöhen. Arbeitsbereich sind Terrorismus, Drogenhandel und andere Formen schwerer Kriminalität, die mehrere Mitgliedsstaaten betreffen. 

Die EMCDDA und Europol arbeiten insbesondere im Rahmen der EU Gemeinschaftsaktion zum Austausch von Informationen, zur Messung von Risiken und zur Kontrolle neu

er synthetischer Drogen zusammen. Die beiden Institutionen tragen dabei jeweils aus unterschiedlichen Bereichen - einmal der Polizeiarbeit, zum anderen aus dem Bereich der Konsumenten und behandelten Abhängigen - komplementäre Informationen zusammen.

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit