Aktuelle Projekte und Tagungen - Drop Down

  • Einrichtungsregister

    Einrichtungsregister

    Seit Ende 2006 erstellt die DBDD mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und zahlreicher weiterer Partner (Verbände der Freien Wohlfahrt, Bundesländer, Einrichtungen) ein zentrales Register deutscher Suchthilfeeinrichtungen. Ziel des Registers ist es, durch die Erfassung möglichst aller spezialisierten deutschen Suchthilfeeinrichtungen nach einheitlichen Kriterien erstmals eine Bezugsgröße zu erhalten, die eine valide Abschätzung der Erreichungsquote der jährlich erhobenen Deutschen Suchthilfestatistik ermöglicht. Strukturell orientiert sich das Register an dem seit 2007 bundesweit gültigen Deutschen Kerndatensatz zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe (KDS).

    Berücksichtigt werden Facheinrichtungen, die einem von 16 im KDS definierten Einrichtungstypen zuzuordnen sind; seit 2009 werden auch Einrichtungen aufgenommen, die das Kriterium mindestens einer Vollzeitstelle an Personal nicht erfüllen. Zur eindeutigen Identifikation wurde jeder Einrichtung ein individueller, unveränderlicher Code zugeteilt, der bis 2010 durch eine sich jährlich ändernde Prüfziffer ergänzt wurde. Seit 2011 besteht der Einrichtungscode, der notwendig ist, um sich an der Deutschen Suchthilfestatistik zu beteiligen, nur noch aus vier Stellen. Jede nach KDS zertifizierte Software zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe enthält eine entsprechende Abfrage des Einrichtungscodes.

    Bisherige Projektabschnitte waren die Sammlung und Kategorisierung bereits verfügbarer Daten(-banken) und ergänzende Internetrecherchen, die Entwicklung technischer Routinen zum Datenaustausch mit den Einrichtungen, die Kontaktaufnahme mit allen erfassten Einrichtungen mit der Bitte um Bestätigung oder Korrektur ihrer Angaben, die Codevergabe für jeden bestätigten Datensatz, die Vergabe von Jahresprüfziffern für das Aggregierungsjahr 2007 und 2008 sowie Rückmeldeschleifen mit Bundesländern und Verbänden zur Prüfung des Registers auf Vollständigkeit und Einheitlichkeit.

    Im Zentrum der Aktivitäten des Jahres 2009 stand die Aktualisierung der bereits bestätigten Einträge sowie die Klärung bislang ungeklärter Angaben, für die sehr zeitintensive Einzelrecherchen nötig waren. Seit Ende des Jahres 2009 liegt nunmehr ein vollständig überprüftes Register vor, auf dessen Basis die Berechnung der Erreichungsquote der Deutschen Suchthilfestatistik durchgeführt werden kann.

    Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich allen beteiligten Institutionen und Einrichtungen für die bisherige gute Zusammenarbeit danken!

    Ausführlichere Informationen finden Sie in zwei Artikeln der Zeitschrift SUCHT (SUCHT, 55(1), 2009, S. 54-55). SUCHT, 57(6), 2011, S. 469-477).

  • Öffentliche Ausgaben

    Öffentliche Ausgaben

    Um mittel- oder langfristig Aussagen über die Angemessenheit von Aufwendungen im Gesundheitssektor treffen zu können, stellt eine solide Erfassung der Ausgaben einen notwendigen ersten Schritt dar. Dies gilt selbstverständlich auch für Ausgaben für illegale Drogen. Die Tatsache, dass man es hier in weiten Teilen mit einem Bereich zu tun hat, der aufgrund der rechtlichen Limitationen im Umgang mit den betrachteten Substanzen nicht unmittelbar zugängliche Informationen bereitstellt („Dunkelfeld“), ist mit erheblichen methodischen Herausforderungen verbunden. Erschwerend kommt hinzu, dass in Deutschland überwiegend eine integrierte Drogen- und Suchtpolitik verfolgt wird, in der eine exakte Trennung der Aufwendungen für ausschließlich illegale Substanzen nur schwer oder gar nicht möglich ist.

    Bislang fehlt für Deutschland eine wissenschaftlich fundierte und umfassende Übersicht darüber, wie hoch die von der öffentlichen Hand und den Sozialversicherungsträgern für den Gesamtbereich „illegale Drogen“ aufgewendeten Ausgaben sind.

    Ziel des Projekts war es daher, eine umfassende Schätzung der direkten (gekennzeichneten und nicht gekennzeichneten) Ausgaben der öffentlichen Haushalte und der Sozialversicherungsträger in Bezug auf den Missbrauch und die Abhängigkeit von illegalen Drogen für das Jahr 2006 vorzunehmen. Inhaltlich orientierte sich das Projekt an Rahmenbedingungen der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA), um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse auch mit anderen Studien und Ländern zu gewährleisten.

    Zur Operationalisierung des Projektziels wurden präzise Ein- und Ausschlusskriterien für einzubeziehende Arten von Ausgaben definiert: Ausgeschlossen wurden z.B. Ausgaben privater Haushalte und indirekte Kosten wie z.B. gesellschaftliche Kosten aufgrund frühzeitiger Mortalität. Das Ergebnis der Schätzung beinhaltet damit ausschließlich direkte Ausgaben der öffentlichen Hand und der Sozialversicherungsträger. Es wurden Behörden und Institutionen identifiziert, die Ausgaben mit Bezug zu illegalen Drogen tätigen. Dies geschah sowohl auf Ebene der Gebietskörperschaften (Bund, Länder und Kommunen) als auch auf Ebene der Sozialversicherungsträger (Gesetzliche Krankenversicherung, Rentenversicherung und Unfallversicherung). Bei der Datensammlung fanden verschiedene Ansätze Anwendung:

    • Auf Ebene der Gebietskörperschaften wurden zunächst die öffentlich zugänglichen Haushaltspläne analysiert und im Anschluss daran Ministerien, nachgeordnete Behörden und Schlüsselpersonen befragt. Wo Ausgaben vermutet wurden, diese aber nicht in öffentlichen Dokumenten gekennzeichnet waren, wurde z.B. in der Literatur oder unter Einbeziehung von Experten nach alternativen Berechnungs- bzw. Schätzverfahren gesucht. So konnten vor allem im Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung (Polizei, Justiz, Strafvollzug) anhand von Daten des Bundeskriminalamts und des Statistischen Bundesamts verschiedene Schätzverfahren angewendet werden.
    • Die Erhebung der Ausgaben der Sozialversicherungsträger erfolgte über eine schriftliche Befragung. Neben der Rentenversicherung Bund wurden die 40 größten gesetzlichen Krankenkassen mittels standardisierter Fragebögen angeschrieben. Die Angaben der teilnehmenden Krankenkassen wurden anschließend für die Gesamt-GKV extrapoliert.

    Während auf Ebene der Gebietskörperschaften eine Eingrenzung auf den Bereich der "illegalen Drogen" in zahlreichen Fällen nur mit Hilfe von Schätzungen attributabler Fraktionen möglich war, konnten die Ergebnisse der Sozialversicherungsträger über die Codes des internationalen Klassifikationssystems für Erkrankungen (ICD-10) relativ präzise bestimmt werden.

    Addiert man die identifizierten und errechneten Ausgaben der Gebietskörperschaften sowie Sozialversicherungsträger auf, errechnet sich für das Referenzjahr 2006 ein Intervall zwischen 5,2 und 6,1 Mrd. € an Gesamtausgaben für den Bereich illegaler Drogen. Aufgrund der methodischen Limitationen und erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich der z.T. verwendeten Schätzwerte, muß dieses Intervall als konservative Schätzung betrachtet werden.

    Das Ziel des Projektes, eine erste Aufstellung der Ausgaben zu erstellen, die öffentlichen Haushalten und Sozialversicherungsträgern durch Missbrauch und Abhängigkeit von illegalen Drogen entstehen, konnte erreicht werden. Anzumerken ist, dass zweifelsohne Unsicherheiten bezüglich des Gesamtergebnisses auf Grund der heterogenen Datenqualität bestehen. Darüber hinaus ist es wichtig zu betonen, dass das Ergebnis noch keinen Aufschluss über die Angemessenheit und den tatsächlichen Nutzen der aufgewendeten öffentlichen Mittel erlaubt. Die Studie bildet allerdings die notwendige Grundlage für eine solche Bewertung, die möglicherweise in der Zukunft durchgeführt wird und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion.

    Veröffentlichung: Mostardt, S., Flöter, S., Neumann, A., Wasem, J. & Pfeiffer-Gerschel, T. (2009). Schätzung der Ausgaben der öffentlichen Hand durch den Konsum illegaler Drogen in Deutschland. Gesundheitswesen.

  • Der Deutsche Kerndatensatz (KDS) – Bestandsaufnahme und Perspektiven

    Der Deutsche Kerndatensatz (KDS) – Bestandsaufnahme und Perspektiven

    Fachtagung "Der Deutsche Kerndatensatz (KDS) – Bestandsaufnahme und Perspektiven" am 28.01.2014, Frankfurt a. M.

    Der Deutsche Kerndatensatz zur Dokumentation in der Suchtkrankenhilfe (KDS) ist in seiner jetzigen Form seit 2007 in Kraft. Die Veränderungen in den Strukturen und Inhalten der Suchthilfe während der letzten Jahre erfordern es, den KDS in den kommenden Jahren einer Überarbeitung zu unterziehen. Darüber hinaus sind auch europäische Entwicklungen bei der Anpassung des KDS zu beachten.

    Das Ziel der Tagung war es, gemeinsam mit möglichst vielen relevanten Akteuren aus den Bereichen Hilfe, Kommunen, Bundesländer und Bund in strukturierter Form einen Einstieg in die fachöffentliche Diskussion über den KDS zu führen und wichtige Überarbeitungsbereiche des KDS zu ermitteln. 

    Berichte aus den Bundesländern


    Einführung: "Der KDS – (K)Eine lange Reise"


    Einzelne Bereiche des KDS


    Zusammenfassung der Beiträge, Diskussionen und Wortmeldungen

  • First international multidisciplinary forum on new drugs

    First international multidisciplinary forum on new drugs

    "First international multidisciplinary forum on new drugs" am 11. und 12. Mai 2011 in Lissabon

    Im Anschluss an das jährliche Treffen des EMCDDA-Frühwarnsystems (EWS) richtete die EMCDDA in Lissabon am 11. und 12. Mai 2011 das 1. internationale, multidisziplinäre Forum zu neuen Drogen aus. Neben Vertretern aus den 27 EU-Mitgliedsländern, Kroatien, Türkei und Norwegen nahmen auch Experten aus Australien, Weißrussland, Kanada, Hongkong, Israel, Japan, Neuseeland, Russland, Schweiz und den USA teil. Alle Teilnehmer wurden aufgrund ihrer Expertise und Forschungstätigkeit im Bereich neuer psychoaktiver Substanzen eingeladen (u.a. Rechtsmediziner, Epidemiologen, Ärzte, Polizisten und Mitarbeiter von europäischen und internationalen Organisationen).

    Ziel des Forums war es,

    • einen globalen Überblick über neue Drogen und „Legal Highs“ zu geben,
    • gemeinsame Merkmale, unterschiedliche Erfahrungen und die jeweiligen Reaktionen zu diesem Phänomen zu identifizieren,
    • zukünftige Herausforderungen zu antizipieren und
    • ein Bild zu entwerfen, wie diese neuen Drogen den Drogenkonsum insgesamt beeinflussen und welche (politischen) Reaktionen sinnvoll erscheinen.

    In den über 40 Vorträgen der Experten aus den verschiedenen Ländern mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund wurde deutlich, dass aufgrund der globalisierten und sich schnell entwickelnden Informationstechnologie, auf dem Drogenmarkt ebenso wie in anderen Lebensbereichen ein Paradigmenwechsel stattfindet. Aufgrund dieser Entwicklungen wachsen die Herausforderungen für die Beobachtung, Bewertung und Reaktion auf neue psychoaktive Substanzen. Das Treffen zeigte außerdem die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Analyse des Drogenkonsums und –marktes, um das Zusammenspiel von etablierten illegalen Drogen und neuen psychoaktiven Substanzen besser zu verstehen sowie Prognosen abzugeben, welche Substanzen welches Risikopotential besitzen oder sich dauerhaft etablieren können.

    Das Programm zu dem Forum finden Sie hier, einzelne Vorträge können unter gruebl @ ift.deDiese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können angefragt werden. Eine ausführliche Beschreibung des Forums finden Sie unter http://www.emcdda.europa.eu/news/2011/new-drugs-forum-conclusion

  • DBDD-Tagung 2008 "Bewährtes übertragen"

    DBDD-Tagung 2008 "Bewährtes übertragen"

    Jahrestagung der DBDD "Bewährtes übertragen" am 27.10.2008 in Berlin

    Am 27.10.2008 fand in Berlin die Jahrestagung der DBDD mit dem Titel „Bewährtes übertragen“ statt. Die Veranstaltung wurde von der Deutschen Referenzstelle für die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) durchgeführt und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert.

    Ziel der Veranstaltung war es, an die Ergebnisse der im Jahr 2007 von der DBDD organisierten und gemeinsam mit dem BMG und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) durchgeführten REITOX-Academy anzuknüpfen. Nachdem die Tagung 2007 einen Fokus auf die Vorstellung von Präventions- und Behandlungsprogrammen gelegt hatte, sollte sich der Workshop 2008 vor allem mit den praktischen Aspekten des Transfers dieser Ergebnisse in die Versorgung befassen.

    Die Überführung einzelner (Modell-)Projekte in Angebote der regulären Versorgung stellt Einrichtungen und ihre Mitarbeiter aber auch die Entwickler der Programme immer wieder vor Herausforderungen, die zum Teil bereits bei der Entwicklung der Modellvorhaben berücksichtigt werden können. Die Tagung der DBDD widmete sich denjenigen Aspekten, die sich beim Transfer einzelner Projekte in die Praxis als hilfreich erwiesen haben – sprach aber auch Punkte an, die sich als weniger Ziel führend erwiesen haben.

    Der Transfer von (Modell-)Projekten in die Versorgung wurde aus verschiedenen Perspektiven dargestellt, die jeweils ihre Sichtweisen und Einschätzungen bezüglich eines aussichtsreichen Transfers beschreiben. Eine wichtige Rolle spielen dabei zum einen Programm- und Einrichtungsbezogene Ansätze, bei denen ein konkretes (Modell-)Vorhaben in einer Einrichtung umgesetzt wird und bei denen das Angebot primär vor dem Hintergrund bereits existierender Angebote umgesetzt wird. Zum anderen wurden regionale Ansätze vorgestellt, bei denen die Vernetzung der Versorgungsangebote durch verschiedene Anbieter auf regionaler oder kommunaler Ebene berücksichtigt wird.

    Die Vorträge stehen als PDF-Datei zum Download für Sie bereit:

  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

    Gesundheitliche Aufklärung liegt im Interesse staatlicher Gesundheitspolitik. Sie wird in Deutschland als eine übergreifende Daueraufgabe von allen staatlichen Ebenen unter Einbindung der Betroffenen durchgeführt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nimmt diese Aufgabe auf Bundesebene als Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) wahr. Kernaufgaben der BZgA sind die

    • Erarbeitung von Grundsätzen und Richtlinien für Inhalte und Methoden der praktischen Gesundheitserziehung,
    • Ausbildung und Fortbildung der auf dem Gebiet der Gesundheitserziehung und -aufklärung tätigen Personen,
    • Koordinierung und Verstärkung der gesundheitlichen Aufklärung und Gesundheitserziehung im Bundesgebiet,
    • Zusammenarbeit mit dem Ausland.

    Die BZgA ist in vier Abteilungen organisiert, innerhalb derer die Referate „Prävention des Substanzmissbrauchs, Suchtprävention“ sowie „Internationale Beziehungen“ im Kontext von REITOX und der EMCDDA von besonderer Bedeutung sind.

    Neben der Entwicklung grundlegender Konzepte und Methoden zur gesundheitlichen Aufklärung und Gesundheitsförderung, führt die BZgA massenmediale Kampagnen zur Suchtvorbeugung und anderen Themen (z.B. AIDS, Organspenden, etc.) durch. Im Weiteren organisiert sie Expertengruppen und Fortbildungen für verschiedene Multiplikatorenzielgruppen in diesen Feldern. Mit ihrer Tätigkeit koordiniert und intensiviert die BZgA gesundheitliche Aufklärung in der Bundesrepublik Deutschland. Umfragen zu spezifischen gesundheitlichen Themen wie beispielsweise zur Drogenaffinität junger Menschen in Deutschland sowie Evaluationsstudien werden durchgeführt, um eine solide Grundlage für die Entwicklung und Implementierung präventiver Maßnahmen zu schaffen, deren Umsetzung zu beobachten und Rückmeldungen über die erzielten Resultate zu erhalten.

    Die BZgA wurde als deutscher Knotenpunkt der EMCDDA benannt und ist für den Bereich der (Primär-)Prävention zuständig. Sie liefert Informationen und Beiträge zum Themenbereich Prävention und koordiniert das Best-practice-Portal EDDRA stellvertretend für die DBDD.

  • DBDD-Workshop 2010 "Drogen und Haft"

    DBDD-Workshop 2010 "Drogen und Haft"

    "DROGEN UND HAFT" – Workshop der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht

    Wann: 19. November 2010, 9:00 – 16:30 Uhr
    Wo: DBB Forum Berlin, Friedrichstraße 169/170

    Am 19.11.2010 fand in Berlin eine Fachtagung der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) mit dem Titel „Drogen und Haft“ statt. Die Veranstaltung wurde von der DBDD durchgeführt, von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung unterstützt und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert. Ziel der Veranstaltung, an der ca. 120 Personen teilnahmen, war es, den Austausch zwischen Experten aus Theorie und Praxis zu fördern und eine gemeinsame Diskussion anzuregen. Es referierten Vertreterinnen und Vertreter aus den Justizministerien der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin ebenso wie von der Rentenversicherung Rheinland-Pfalz und dem Paritätischen Baden-Württemberg. Als internationale Referenten nahmen Experten des spanischen Innenministeriums, der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) und des Bundesamtes für Gesundheit der Schweiz teil.

    Hier finden Sie den Tagungsbericht.

    Die Vorträge stehen als PDF-Datei zum Download für Sie bereit.

  • Spice II Plus

    Spice II Plus

    Vollständiger Projekttitel: New synthetic cannabinoids and stimulants - evaluating risk behaviour, problematic use and toxicity for developing specific approaches in primary and secondary prevention

    Teilprojekt: Inventory of available structures, recommendations and dissemination

    Mit Kooperationspartnern aus verschiedenen europäischen Ländern (Deutschland, Finnland, Österreich und Schweiz) zielt das interdisziplinäre Projekt SPICE II Plus (Hauptantragsteller: PD Dr. Volker Auwärter, Universität Freiburg) darauf ab, neu auftauchende synthetische Drogen toxikologisch zu untersuchen, Aspekte der Nutzung sozialwissenschaftlich zu erforschen und Maßnahmen zur Prävention und Schadensminimierung (Harm Reduction) zu entwickeln und evaluieren.

    Ziele des Teilprojekts, das von der DBDD / vom IFT Institut für Therapieforschung München bearbeitet wird, sind: (1) die bessere Integration bereits existierender Strukturen und Informationen zur Beobachtung neuer psychoaktiver Substanzen (NPS), (2) die Verkleinerung der Lücken zwischen fehlenden Strukturen und Informationen zur Entwicklung von Interventionen sowie (3) die Integration und Bereitstellung aller wichtigen Informationen für alle relevanten Akteure.

    Laufzeit: März 2013 – Februar 2015

    Ansprechpartner

    • Herr Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel, Projektleiter (pfeiffer-gerschel[at]ift.de)
    • Frau Krystallia Karachaliou (karachaliou[at]ift.de)

    Weitere Aktivitäten

    Im Rahmen des EU-Projekts Spice II Plus wurde von Basis e.V., Frankfurt, das Onlineportal www.legal-high-inhaltsstoffe.de entwickelt, auf dem auch Ergebnisse des Projekts veröffentlicht und Onlineberatung zu „Legal Highs“ (für weitere Informationen zu diesem Service s.u.) angeboten werden.

    Onlineberatung zu „Legal Highs“

    Das Onlineportal www.legal-high-Inhaltsstoffe.de bietet Informationen, Beratung und Analyseergebnisse zu den gängigen neuen psychoaktiven Substanzen an und berichtet über aktuelle rechtliche und politische Hintergründe und Veränderungen. Zielgruppe sind betroffene Konsumenten, Eltern und Angehörige sowie Fachleute, die nach Informationen über das sich schnell verändernde Angebot und die Rahmenbedingungen suchen. Das Angebot umfasst: (1) anonyme Beratung ohne E-Mail-Adresse für Konsumenten, Angehörige oder Fachleute, (2) Analyseergebnisse gängiger Produkte und (3) Fortbildungen und Vorträge zum Thema.

    Bericht: Overview of Available Sources, Resources and Institutions Collecting Information on New Psychoactive Substances (en)

    Links: Web Resources on New Psychoactive Substances (NPS) at European / International Level (de, en)

  • Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)

    Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) ist der Dachverband von 22 vorwiegend nicht-staatlichen Mitgliedsorganisationen. In deren Trägerschaft befinden sich mehr als 1.000 Beratungsstellen und 4.500 Selbsthilfegruppen sowie über 160 Fachkliniken, alle psychiatrischen Krankenhäuser und andere Institutionen, die im Bereich der Drogenbehandlung und -prävention arbeiten. Der Vorstand der DHS setzt sich aus Vertretern der Mitgliedsorganisationen zusammen. Ein Kuratorium unterstützt die Geschäftsführung beratend.

    Die DHS ist in der Gesundheitspolitik im Interesse ihrer Mitgliedsorganisationen tätig. Sie dient als Clearingstelle für Fragen zum Substanzmissbrauch. Der wissenschaftliche Austausch im Bereich des Substanzmissbrauches wird durch die Fachzeitschrift "Sucht" gefördert, die gemeinsam von der DHS und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) publiziert wird. Darüber hinaus gibt es verschiedene Arbeitsgruppen die beispielsweise Standards für die Weiterbildung, Organisation und Qualität von Behandlung weiterentwickeln und den Austausch zwischen unterschiedlichen Institutionen und Experten fördern. Eine Statistikarbeitsgruppe ist u.a. mit der Umsetzung des Europäischen Kerndatensatzes für den Bereich Behandlung in einen Deutschen Kerndatensatz beschäftigt. Die DHS führt eine fortlaufende Liste von Behandlungseinrichtungen und liefert Informationen zum Substanzmissbrauch und zur Behandlung an die Presse und interessierte Öffentlichkeit. Die DHS führt weiterhin Fachtagungen durch. Die Geschäftsstelle der DHS wird aus Mitteln des BMG gefördert. Sie stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen der nicht-staatlichen Suchtkrankenhilfe und der Arbeit des BMG dar.

    Die DHS wurde als deutscher Knotenpunkt der EMCDDA benannt und ist für den Bereich der Behandlung sowie generell für das Thema Sekundärprävention zuständig.

  • Das IFT Institut für Therapieforschung

    Das IFT ist als selbstständiges Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Abhängigkeitserkrankungen tätig. Themenschwerpunkte sind Alkohol, Tabak, illegale Drogen, Medikamente und Glücksspiel. Es werden grundlagen- und anwendungsbezogene Fragestellungen zur Ätiologie, Epidemiologie, Prävention, Therapie und zur Versorgungsforschung bearbeitet. Die Forschungstätigkeiten werden aus öffentlichen Mitteln gefördert, u.a. durch Behörden des Bundes und der Länder, durch Verbünde, die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogenabhängigkeit und andere europäische Stellen.

    Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis (Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten, Fort- und Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter im Gesundheitsbereich, Präventionsprogramme zur Raucherentwöhnung, Stressbewältigung und Gewichtsreduktion, Beratung von Betrieben im Bereich der Gesundheitsförderung) erfolgt durch die IFT-Gesundheitsförderung, die als eigenständige Gesellschaft mit dem IFT Institut für Therapieforschung eng kooperiert.

    Das IFT wurde als deutscher Knotenpunkt der EMCDDA benannt und ist neben der Koordination der Gesamtknotenpunktaktivitäten für den Bereich Epidemiologie zuständig.

  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist auf der Bundesebene zuständig für die politische und die gesetzgeberische Steuerung in den Bereichen Gesundheit, Prävention, Behandlung sowie Verkehr mit Betäubungsmitteln und Grundstoffen. Das Betäubungsmittelgesetz, das Grundstoff-Überwachungsgesetz und die Gesetzgebung für die gesetzliche Krankenversicherung sind Bundesrecht. Das Amt der Drogenbeauftragten der Bundesregierung wurde 1998 vom Bundesinnenministerium zum BMG verlagert.

    Die Bundesdrogenbeauftragte wird von einer Geschäftsstelle sowie den Referaten „Betäubungsmittelrecht, Betäubungsmittelverkehr, Internationale Suchtstofffragen“ und „Sucht und Drogen“ im BMG bei der Aufgabenwahrnehmung unterstützt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist eine nachgeordnete Behörde (obere Bundesbehörde) des BMG. Die Abteilung 8 des BfArM „Bundesopiumstelle“ überwacht den legalen Betäubungsmittelverkehr und den Verkehr mit Grundstoffen.

  • Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen

    Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen

    Vollständiger Projekttitel: Prävention von Infektionskrankheiten bei injizierenden Drogenkonsumenten in Deutschland: Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen – eine Bestandsaufnahme

    Das Ziel dieser vom BMG geförderten Studie war die Zusammenstellung von verfügbaren Programmen, Maßnahmen und Vorgehensweisen zur Prävention infektionsbedingter Gesundheitsschäden („Safer Use“) bei Drogenkonsumenten in Deutschland. Die Informationen wurden auf Bundes- und Landesebene und in ausgewählten Städten erfasst.

    Die Untersuchung beschränkte sich nicht auf Programme, in deren Rahmen Injektionsinstrumente getauscht oder verkauft werden, vielmehr war eine umfassende Bestandsaufnahme präventiver Maßnahmen eines Safer-Use-Ansatzes vorgesehen. Dazu gehören

    1. Bereitstellen von Konsumräumen,
    2. Kostenlose Bereitstellung steriler Utensilien,
    3. Kostenlose Vergabe steriler Utensilien nur gegen Tausch gebrauchter Spritzen,
    4. Verkauf steriler Utensilien zur Injektion (z.B. Automaten, Verkauf in der Einrichtung),
    5. Aufklärung über Risiken injizierenden Drogenkonsums (inkl. des Ziels zur Veränderung der Konsumform),
    6. Sonstige präventive Maßnahmen, z.B. kostenlose Vergabe oder Verkauf von Kondomen.

    Bundesweite Statistiken über die exakte Zahl der Vergabestellen oder die Zahl verteilter Spritzen, Kanülen, Kondome etc. stehen bislang nicht zur Verfügung. Darüber hinaus existieren nur wenige systematische Informationen zu den Strukturen/Rahmenbedingungen der Spritzenvergabe und anderer Safer-Use-Maßnahmen (z. B. wer entscheidet über Programme, wer finanziert sie, werden die Programme evaluiert, gibt es systematische Schnittstellen zu anderen Beratungs-/ Behandlungsangeboten).

    Methodik: Befragt wurden Experten auf verschiedenen Handlungsebenen (Landesdrogenbeauftragte, Landesstellen für Suchtfragen, Wohlfahrtsverbände, Ärzte- und Apothekerkammern...). In neun Städten wurden zusätzlich gezielt Einrichtungen mit Angeboten des Safer-Use/Safer-Sex mit einem strukturierten Erhebungsbogen befragt.

    Ergebnisse: Der Abschlussbericht steht auf der Internetseite der Drogenbeauftragten der Bundesregierung  sowie hier zum Download zur Verfügung. > Download

    Laufzeit: Mai bis Dezember 2010
    Ansprechpartner:

    • Frau Dr. Stephanie Flöter (floeter[a]ift.de)
    • Herr Dr. Heinrich Küfner (kuefner[a]ift.de)
  • Bundesministerium des Inneren (BMI)

    Das Bundesministerium des Inneren (BMI) ist zuständig für Gesetzes- und Projektinitiativen im Bereich der öffentlichen Sicherheit. Polizeiaktivitäten, die grundsätzlich in der Verantwortlichkeit der Länder liegen, werden durch das Bundeskriminalamt (BKA) unterstützt.

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist dort involviert, wo Bundesmittel für spezielle Schwerpunktforschung im Bereich Sucht und Drogen eingesetzt werden.

  • Suchthilfe im Saarland

    Suchthilfe im Saarland

    Gutachten zur Bewertung und Weiterentwicklung der Suchthilfestrukturen im Saarland

    Überblick und Hauptziele: Ziel des vom Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes in Auftrag gegebenen Gutachtens war es, insbesondere das zuwendungsfinanzierte Suchthilfesystem des Saarlandes einer kritischen Betrachtung im Hinblick auf Inhalte und Effizienz zu unterziehen. Dafür erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme, deren Gegenstand alle Suchthilfestrukturen im Saarland, d.h. alle präventiven und therapeutischen Maßnahmen von der Beratung bis zur Überlebenshilfe waren.

    Methodik: Für die Bestandsaufnahme wurde ein mehrdimensionales Vorgehen umgesetzt, das Sekundäranalysen vorliegender Daten mit quantitativen und qualitativen Methoden der Sozialforschung verknüpfte. Für eine möglichst transparente Durchführung des Vorhabens wurde ein Expertenbeirat aus wichtigen Vertretern der Suchthilfe gebildet. Dieser diente zudem als wichtige Ressource, um auf das Wissen und die Kenntnisse der Beiratsmitglieder zurückgreifen zu können.

    Ergebnisse: In einem Abschlussbericht wurde das saarländische Suchthilfesystem in seinem Ist-Zustand dargestellt. Darüber hinaus wurden Konsumtrends und Entwicklungen in der Behandlungsnachfrage beschrieben. Abschließend wurden Stärken und Schwächen des Versorgungssystems auf Basis von Expertenmeinungen und einbezogenen Informationen herausgestellt und - soweit möglich - erste Handlungsempfehlungen abgeleitet.

    Finanzierung: Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes

    Laufzeit: April bis Dezember 2011

    Ansprechpartner: 

    • Frau Dr. Stephanie Flöter (floeter[a]ift.de)
    • Frau Dipl.-Psych. Johanna Wenig (wenig[a]ift.de)
    • Herr Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel (pfeiffer-gerschel[a]ift.de)
  • Bundesländer

    Die Bundesländer können ebenso wie die Bundesregierung Gesetzesvorschläge einbringen, über die im Bundestag entschieden wird. Sie wirken ebenfalls über den Bundesrat an der Gesetzgebung mit. Da ein großer Teil der betäubungsrechtlichen Vorschriften der Zustimmung des Bundesrates bedarf, ist jeweils ein Konsens zwischen dem Bundestag bzw. der Bundesregierung und dem Bundesrat erforderlich. Die 16 Bundesländer sind darüber hinaus für die Ausführung der Drogengesetze zuständig sowie in Abstimmung mit den Trägern der Kranken- und Rentenversicherung subsidiär für Maßnahmen der Prävention und Drogenhilfe. 

    Außerdem liegt bei den Ländern die prioritäre Zuständigkeit für die Strafverfolgung sowie für die Überwachung des Betäubungsmittelverkehrs bei Ärzten und Apotheken.
    Im Interesse einer optimal koordinierten Drogenpolitik verfügen fast alle Bundesländer über Drogen- bzw. Suchtbeauftragte, deren Aufgabe im wesentlichen darin besteht, die Maßnahmen der verschiedenen Ressorts (Gesundheit-, Sozial-, Jugend-, Kultus-, Innen- und Justizressort), zum Beispiel durch interministerielle Arbeitsgruppen, zu bündeln und aufeinander abzustimmen. Sie sorgen auch für eine Vernetzung von Drogenhilfe und allgemeinen Gesundheitsbezogenen und sozialen Diensten. Die Landesdrogenbeauftragten sind an unterschiedlichen Stellen in den entprechenden Ministerien (meist in den Gesundheits- und/oder Sozialministerien) eingebunden.

    Baden-Württemberg; BayernBerlinBrandenburg; Bremen; Hamburg; Hessen
    Mecklenburg-Vorpommern; Niedersachsen; Nordrhein-Westfalen; Rheinland-Pfalz;
    Saarland; Sachsen; Sachsen-Anhalt; Schleswig-Holstein; Thüringen

  • Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

    Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist zuständig für die Zulassung von Medikamenten und kontrolliert auch die Produkte, die bereits auf dem Markt sind. Das BfArM ist eine nachgeordnete Behörde des BMG. Seine Vertreter sind ebenfalls beteiligt an der Risikobewertung der Drogen, die im Rahmen des Early Warning Systems auftauchen.  Eine Teilaufgabe des BfArM ist die Überwachung des legalen Betäubungsmittel- und Grundstoffverkehrs in und mit Deutschland. Es erteilt die Erlaubnis zum Handel mit Grundstoffen und mit Betäubungsmitteln und kontrolliert deren Verkauf und Verteilung. Teil dieser Behörde ist die Bundesopiumstelle, welche die Abgabe von Betäubungsmitteln mengenmäßig erfasst, sowie das nationale Substitutionsregister führt, das zur Vermeidung von Doppelverschreibungen von Substitutionsmitteln eingerichtet wurde. 
    Das BfArM berät das BMG in wissenschaftlichen Fragen der BtM-Kontrolle und –anwendung für medizinische Zwecke. Es leitet einen gesetzlich vorgeschriebenen Ausschuss von Sachverständigen, der bei einschlägigen Rechtsänderungen anzuhören ist.

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI)

    Der Auftrag des Robert Koch-Instituts umfasst sowohl die Beobachtung des Auftretens von Krankheiten und relevanter Gesundheitsgefahren in der Bevölkerung als auch die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Maßnahmen zum wirkungsvollen Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. In der Arbeit der DBDD spielt das RKI insbesondere eine Rolle bei der Gewinnung und Harmonisierung von Daten über Infektionskrankheiten bei Drogenkonsumenten. Auch die Gesundheitsberichterstattung, die das  RKI mit der technischen Unterstützung des Statistischen Bundesamtes durchführt, beschäftigt sich mit Themenbereichen, die relevant für die Aufgabenstellung der DBDD sind.

  • Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV)

    Der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger ist der Dachverband der Rentenversicherungen. Diese sind zuständig für die medizinische Rehabilitation von Personen mit einer substanzinduzierten Störung und haben das Ziel, die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen. In diesem Zusammenhang finanzieren sie einen großen Teil von Entwöhnungsbehandlungen insbesondere im stationären Bereich, zunehmend jedoch auch im ambulanten Setting. Da sie die Mittel ihrer Versicherten treuhänderisch verwalten, sind Qualität und Ergebnisse von Behandlung von besonderem Interesse für die Rentenversicherung im VDR. Die Versicherungsträger sind vom Status her unabhängig und werden durch ihre Mitglieder kontrolliert.

  • Akzept e.V.

    Der akzept e.v. beschreibt den Hilfeansatz, den er politisch und fachlich vertritt als "akzeptierend". Insbesondere niedrigschwellige Angebote zur Schadensminimierung sind Thema dieses Vereins, in dem sich Fachleute, Betroffene und Organisationen organisiert haben, die sich diesem Ansatz besonders verbunden fühlen.

  • Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. (fdr)

    Der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. (fdr) ist ein Fachverband der Suchtkrankenhilfe als Zusammenschluss von gemeinnützigen Trägern ambulanter und stationärer Hilfen für Suchtgefährdete und Abhängige. Dazu gehören Präventionsstellen, Akuthilfeeinrichtungen, Beratungsstellen, Entzugskliniken, Therapieeinrichtungen, Frauen-Sucht-Einrichtungen, Nachsorgestellen, Elternkreise, Schulen und Werkstätten. Der FDR fördert satzungsgemäß die fachliche Arbeit für suchtgefährdete und abhängige insbesondere junge Menschen u.a. durch

    • Beratung und Unterstützung der Arbeit in ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen;
    • Förderung der Fort- und Weiterbildung von Fachkräften;
    • Vertretung der sozial- und gesundheitspolitischen Interessen seiner Mitglieder;
    • Mitwirkung an einer bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung mit psychosozialen Hilfen.

    Entsprechend der Ausrichtung auf junge Menschen  wird das Drogenproblem im FDR besonders stark thematisiert. Der FDR arbeitet eng mit der DHS und dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) zusammen.

  • Fachverband Sucht (FVS)

    Der Fachverband Sucht e.V. ist ein bundesweit tätiger Verband, in dem Einrichtungen zusammengeschlossen sind, die sich der Behandlung, Versorgung und Beratung von Suchtkranken widmen. Er vertritt ca. 80 Mitgliedseinrichtungen mit über 5.800 stationären und vielen ambulanten Therapieplätzen. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der Alkoholabhängigkeit. Der Verband ist gemeinnützig, politisch und konfessionell unabhängig und vertritt vornehmlich die Einrichtungen in freier Trägerschaft. 
    Zu seinen satzungsgemäßen Aufgaben gehören:

    • die Förderung eines suchtfreien Lebens insbesondere durch geeignete Behandlungs- und Versorgungsangebote;
    • die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse über Ursachen und Entwicklungsbedingungen von Sucht, die Wirksamkeit bestehender Behandlungs- und Versorgungsangebote und verschiedener Behandlungsmethoden.

    Der FVS führt einen jährlichen Kongress sowie Fortbildungsveranstaltungen und Arbeitstagungen durch. Er veröffentlicht eine Schriftenreihe und die Zeitschrift "Sucht aktuell".

  • Bundeskriminalamt (BKA)

    Das Bundeskriminalamt ist sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene tätig. Es unterstützt die Polizeien der Länder und hat einige besondere Aufgaben auf der nationalen Ebene. Im Zusammenhang mit der DBDD sind insbesondere die Datenbanken zu drogenbezogenen Todesfällen, Verstößen gegen das BtMG und Beschlagnahmungen von Drogen von Interesse. Die Datenbanken werden durch das BKA auf der nationalen Ebene organisiert und ausgewertet. Das BKA veröffentlicht jährliche Lageberichte zur Rauschgiftkriminalität.

  • Landeskriminalämter

    Die Landeskriminalämter sind Teil der   Landespolizeiverbände, die auf der Landesebene tätig sind. Entsprechend der Verantwortlichkeit der Bundesländer für den Bereich der Strafverfolgung sind sie an erster Stelle tätig, auch wenn es um Rauschgiftdelikte geht. Statistische Angaben, die in den Ländern erhoben werden, bilden die Grundlage der nationalen Statistiken über Beschlagnahmungen, Delikte und Personen.

  • Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

    Die Bundesanstalt für Straßenwesen ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Ministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. Sie arbeitet unter anderem im Bereich Unfallforschung und Verkehrssicherheit, wo heute neben Alkohol zunehmend auch der Konsum von Drogen und seinen Folgen eine problematische Rolle spielen. Es liegt eine Reihe von Publikationen vor, die sich mit dem Thema Drogenkonsum beschäftigen, etwa als Teil eines Lebens- und Freizeitstils, der mit erhöhten Verkehrsrisiken verbunden ist.

  • Forschungsgruppen und Institute

    Die folgende Liste umfasst die wichtigsten Forschungsgruppen im Bereich Drogenforschung und in verwandten Gebieten in Deutschland. Da sich Forschungsschwerpunkte ändern, kann diese Liste nur einen begrenzten Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland geben. Sie erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Eine Besonderheit der deutschen Forschungslandschaft ist der relativ große Anteil außeruniversitärer Forschung im Bereich von Drogen und Sucht allgemein. Es haben sich im Umfeld von verschiedenen durch das BMBF geförderten Projekten zum Thema Sucht seit 2001 verschiedene Forschungsgruppen gebildet, unter anderem die Suchtforschungsverbünde:

    Spezielle Forschungsinstitute

    Universitäre Forschung (Experten bzw. Arbeitsgruppen an Universitäten, die sich u.a. mit dem Thema Sucht und Drogen beschäftigen)

  • Archido

    Das ARCHIDO wurde 1987 in der Universität Bremen mit dem Ziel gegründet, die drogenbezogene Diskussion durch die Bereitstellung von fundierter Fachliteratur zu versachlichen und das Wissen über Drogen, Drogenpolitik und Drogenhilfeansätze zu erweitern. Gesammelt und archiviert wird Literatur über legale und illegale psychoaktive Substanzen im weitesten Sinne: wissenschaftliche Arbeiten (auch Manuskripte), Zeitungsartikel, Tages-, Jahres- und Tätigkeitsberichte, Rechtsurteile, Belletristik, Betroffenenliteratur. Der Bestand umfasst derzeit insgesamt ca. 82.000 Medieneinheiten (Stand September 2007).  Der Bestand ist sowohl online als auch über eine Präsenzbibliothek für alle Interessierten kostenlos zugänglich.

  • Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht)

    Die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) ist eine wissenschaftliche Vereinigung mit etwa 400 Mitgliedern, in der die meisten der Forscher und viele Therapeuten aus diesem Arbeitsfeld im deutschsprachigen Raum organisiert sind. Die DG-Sucht entwickelt wissenschaftliche Standards und organisiert Tagungen zur Suchtforschung.

  • Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS)

    Die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin versteht Abhängigkeit als eine viele Jahre dauernde Krankheit mit häufigen Rückfällen, für die in verschieden Stadien verschiedene Therapien angeboten werden müssen. Sie fördert die Fortbildung in der Suchtmedizin, besonders durch ihren jährlichen bundesweiten Suchtkongress und unterstützt die wissenschaftliche Diskussion von Behandlungsstandards.

  • Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie (DG-SPS)

    Die Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. unterstützt die psychologischorientierte Forschung zu Ätiologie, Diagnostik, Behandlung und Prävention von Suchtstörungen sowie den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis der Suchthilfe.

  • Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)

    Das Deutsche Institut für Dokumentation und Information (DIMDI) ist eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit. Es hat den Auftrag, bibliographische Informationen zur wissenschaftlichen Literatur zur Verfügung zu stellen, die für den Arbeitsbereich des Ministeriums für Gesundheit relevant ist. Es hält nationale und internationale Datenbanken, die unter anderem die Bereiche Drogen, Alkohol, Pharmazeutika, Epidemiologie, Prävention und Therapie abdecken. Im Augenblick geben sie Zugang zu mehr als 40 Millionen Einheiten. Aktuell ermöglicht das DIMDI die online Recherche in rund 70 Datenbanken mit etwa 100 Millionen Dokumenten. DIMDI ist für die nationale Umsetzung der internationalen Klassifikation von Krankheiten der WHO (ICD 10) zuständig und hat damit für den Bereich Diagnostik eine wichtige Rolle inne.

  • Statistisches Bundesamt (Destatis)

    Das Statistische Bundesamt (Destatis) sammelt und veröffentlicht fortlaufend statistische Daten über viele Felder von öffentlichem Interesse. Ein Teil dieser Daten wird direkt durch das Bundesamt erhoben, andere werden von anderen Organisationen, beispielsweise den Krankenkassen oder den Landesämtern für Statistik, übernommen. In den letzten Jahren wurde durch das Statistische Bundesamt in Zusammenarbeit mit dem RKI und vielen Experten aus unterschiedlichen Institutionen ein nationales Gesundheitsberichtssystem entwickelt, das auch Datenquellen enthält, die für den Themenbereich Drogen und Drogensucht von Bedeutung sind. Des weiteren nutzt es Daten über den Konsum von Alkohol, Drogen und Tabak in der Bevölkerung, die von den nationalen Knotenpunkten der EMCDDA gesammelt werden.

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit