Projekte und Tagungen - Archiv

  • Datenerhebung zum Substanzkonsum in der JVA Wittlich
    Laufzeit 01.10.2018 – 31.01.2019

    Ziele
    Mithilfe eines zweiseitigen Fragebogens zu den Themen Drogenkonsum, Schadensminimierung und Risikoverhalten wurde eine Vollerhebung der Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich in Rheinland-Pfalz angestrebt. Dabei lag das Augenmerk auf dem Konsum von Tabak, Alkohol, illegalen Drogen und Neuen psychoaktiven Stoffen (NpS). Neben dem Konsum während der aktuellen Inhaftierung wurden auch Lebenszeitprävalenzen sowie Konsumformen erfragt. Auch das Wissen der Inhaftierten bezüglich Unterstützungsangeboten zur Reduktion oder Beendigung ihres Drogenkonsums und repressiver Vorgehensweisen von Seiten des Vollzugs bei bekannten Drogenproblemen und der tatsächlichen Teilnahme an angebotenen Projekten und Interventionen wurden abgefragt.

    Methodik
    Teilnehmer der Befragung waren Inhaftierte der JVA Wittlich. Dabei handelt es sich um eine Haftanstalt für Männer. Aus diesem Grund besteht die Stichprobe ausschließlich aus Männern. Die Teilnahme am Fragebogen wurde mehrere Tage im Voraus per Aushang angekündigt und war freiwillig. Ein Teil der Untersuchung wurde in Gruppen durchgeführt, ein anderer Teil der Inhaftierten wurde direkt auf den Zellen angesprochen und hatte die Möglichkeit, die Fragebögen dort auszufüllen. Anonymität wurde jederzeit garantiert und durch den Einwurf der Fragebögen in eine Wahlurne sichergestellt, die erst nach Beendigung der Erhebung geöffnet wurde. Insgesamt befanden sich an den Stichtagen 14. Und 15. November 468 Inhaftierte in der JVA Wittlich. Davon haben 193 Personen an der Umfrage teilgenommen, das entspricht einer Erreichungsquote von 41,45 %.

    Ergebnisse
    Insgesamt hat sich gezeigt, dass nur zwei der teilnehmenden Inhaftierten angaben, während ihrer Inhaftierung Alkohol zu konsumieren. In der JVA Wittlich gaben 82,4 % (n=159) der Befragten an, derzeit zu rauchen. 19,7 % (n=38) gaben an, illegale Drogen auch innerhalb der JVA Wittlich konsumiert zu haben. 64,2 % (n=124) der Befragten berichteten von mindestens einmaligem Konsum irgendeiner illegalen Substanz in ihrem Leben vor der Inhaftierung in Wittlich. Im Vergleich dazu liegt die Lebenszeitprävalenz für den Konsum irgendeiner illegalen Droge im Jahr 2015 in der männlichen erwachsenen Allgemeinbevölkerung bei: 32,5 % (Piontek et al., 2016b). Insgesamt gaben 24,4 % (n=47) der Befragten an, mindestens einmal in ihrem Leben vor ihrer Inhaftierung in Wittlich NpS konsumiert zu haben. 9,3 % (n=18) gaben an, dies auch in der JVA Wittlich getan zu haben. 54,9 % (n=106) hatten vor ihrer Inhaftierung in der JVA Wittlich bereits wegen ihres Alkohol- oder Drogenkonsums Kontakt zu Beratungsstellen. In der JVA selbst hatten bereits 59,6 % (n=115) der befragten Inhaftierten im Zusammenhang mit ihrem Substanzkonsum Kontakt zu einer Beratungsstelle. 4,7 % (n=9) der inhaftierten Befragten gaben an, vor ihrer Inhaftierung in der JVA Wittlich bereits Spritzbesteck, Tupfer, Löffel, Filter oder Wasser zum Auflösen der Drogen geteilt zu haben. 5,2 % (n=10) wollten dazu keine Angabe machen. In Haft haben 1,6 %, also drei Inhaftierte, die Frage nach dem Teilen von Injektionsutensilien bejaht.

    Fazit
    Es hat sich gezeigt, dass die Lebenszeitprävalenz jeder der abgefragten illegalen Drogen bei den befragten Inhaftierten höher ist, als in der männlichen deutschen Allgemeinbevölkerung. Zudem ist der Prozentsatz der Raucher in der JVA Wittlich 2,6mal höher als unter den deutschen Männern. Mehr als die Hälfte der Befragten hatte bereits vor der Inhaftierung Kontakt zu Beratungsstellen aufgrund von Alkohol- oder Drogenkonsum, während der Inhaftierung ist der Anteil sogar etwas höher. Damit bestätigt sich die bereits in anderen Studien beschriebene hohe Belastung dieser Gruppe mit entsprechenden Problemen (beispielsweise Stelly und Thomas, 2017, Stöver, 2015). Cannabis und NpS spielen in Haft die wichtigste Rolle, der Konsum von Alkohol in Haft hat sich seit den Schätzungen der 90er Jahre (Kaiser, 1996, Küfner et al., 1998), die von einem Anteil von bis zu 50% Alkoholabhängigen in JVAen ausgingen,  offenbar um ein vielfaches verringert und ist für die meisten Inhaftierten in Wittlich nicht mehr von Bedeutung.

     

  • Erhebung der in Deutschland abgegebenen Konsumutensilien und ausgebender Einrichtungen
    Laufzeit 01.10.2018 – 31.01.2019

    Konsumierende illegaler Substanzen haben ein stark erhöhtes Risiko, sich mit Infektions­krankheiten wie HIV und Hepatitis anzustecken. Deshalb kommt der flächendeckenden Versorgung dieser Gruppe mit sterilen Konsumutensilien eine große (drogen-) gesundheitspolitische Bedeutung zu. Bisher fehlte ein Überblick darüber, wo in Deutschland Konsumutensilien ausgegeben werden. Um diese Lücke zu schließen, wurde eine geografische Verteilung derjenigen Projektträger erstellt, die in Deutschland sterile Konsumutensilien abgeben. Die Ergebnisse dienen als wichtiger Indikator für die Infektionsprophylaxe in dieser besonders gefährdeten Gruppe und somit als Grundlage für die Planung zielgruppenspezifischer Maßnahmen sowie für die nationale und internationale Berichterstattung.

    Es konnten für etwa ein Drittel der deutschen Landkreise und kreisfreien Städte Ausgabestellen recherchiert werden, in denen ca. die Hälfte der deutschen Bevölkerung lebt. Dabei zeigt sich ein deutliches Stadt-Land-Gefälle: Aus 62,6 % der kreisfreien Städte, in denen 89,2 % der in kreisfreien Städten lebenden Personen gemeldet sind, liegt eine positive Antwort vor. Im Gegensatz hierzu nur aus 24,1 % der Landkreise (in denen 34,5 % der in den Landkreisen gemeldeten Personen wohnen). Diese Angaben stellen eine Minimalschätzung dar, denn es ist trotz der ausführlichen Recherche möglich, dass manche Vergabestellen nicht gefunden wurden. Dennoch weisen die Ergebnisse eindeutig auf eine insgesamt sehr eingeschränkte Verfügbarkeit von sterilen Konsumutensilien in ländlichen Gegenden hin.

    Verschiedene epidemiologische Indikatoren zeigen, dass der Anteil von Drogenkonsumierenden in Ballungszentren höher ist als auf dem Land. Somit kann davon ausgegangen werden, dass über die Hälfte der Drogenkonsumierenden Deutschlands in Gegenden mit prinzipiell vorhandenem Zugang zu einer Konsumutensilienausgabe lebt. Ob in den Gebieten, in denen Vergabestellen vorhanden sind, dieser prinzipielle Zugang ausreicht, um die nötige Anzahl an Personen zu versorgen, ist momentan nicht zu beantworten. Auf die bisherigen Projektergebnisse aufbauend wird eine Zählung der abgegebenen Konsumutensilien vorgenommen, für die im Rahmen des Projekts ein Fragebogen entwickelt und an die Einrichtungen versandt wurde.

  • Einrichtungsregister

    Seit Ende 2006 erstellt die DBDD mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und zahlreicher weiterer Partner (Verbände der Freien Wohlfahrt, Bundesländer, Einrichtungen) ein zentrales Register deutscher Suchthilfeeinrichtungen. Ziel des Registers ist es, durch die Erfassung möglichst aller spezialisierten deutschen Suchthilfeeinrichtungen nach einheitlichen Kriterien erstmals eine Bezugsgröße zu erhalten, die eine valide Abschätzung der Erreichungsquote der jährlich erhobenen Deutschen Suchthilfestatistik ermöglicht. Strukturell orientiert sich das Register an dem seit 2007 bundesweit gültigen Deutschen Kerndatensatz zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe (KDS).

    Berücksichtigt werden Facheinrichtungen, die einem von 16 im KDS definierten Einrichtungstypen zuzuordnen sind; seit 2009 werden auch Einrichtungen aufgenommen, die das Kriterium mindestens einer Vollzeitstelle an Personal nicht erfüllen. Zur eindeutigen Identifikation wurde jeder Einrichtung ein individueller, unveränderlicher Code zugeteilt, der bis 2010 durch eine sich jährlich ändernde Prüfziffer ergänzt wurde. Seit 2011 besteht der Einrichtungscode, der notwendig ist, um sich an der Deutschen Suchthilfestatistik zu beteiligen, nur noch aus vier Stellen. Jede nach KDS zertifizierte Software zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe enthält eine entsprechende Abfrage des Einrichtungscodes.

    Bisherige Projektabschnitte waren die Sammlung und Kategorisierung bereits verfügbarer Daten(-banken) und ergänzende Internetrecherchen, die Entwicklung technischer Routinen zum Datenaustausch mit den Einrichtungen, die Kontaktaufnahme mit allen erfassten Einrichtungen mit der Bitte um Bestätigung oder Korrektur ihrer Angaben, die Codevergabe für jeden bestätigten Datensatz, die Vergabe von Jahresprüfziffern für das Aggregierungsjahr 2007 und 2008 sowie Rückmeldeschleifen mit Bundesländern und Verbänden zur Prüfung des Registers auf Vollständigkeit und Einheitlichkeit.

    Im Zentrum der Aktivitäten des Jahres 2009 stand die Aktualisierung der bereits bestätigten Einträge sowie die Klärung bislang ungeklärter Angaben, für die sehr zeitintensive Einzelrecherchen nötig waren. Seit Ende des Jahres 2009 liegt nunmehr ein vollständig überprüftes Register vor, auf dessen Basis die Berechnung der Erreichungsquote der Deutschen Suchthilfestatistik durchgeführt werden kann.

    Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich allen beteiligten Institutionen und Einrichtungen für die bisherige gute Zusammenarbeit danken!

    Ausführlichere Informationen finden Sie in zwei Artikeln der Zeitschrift SUCHT (SUCHT, 55(1), 2009, S. 54-55). SUCHT, 57(6), 2011, S. 469-477).

  • Öffentliche Ausgaben

    Um mittel- oder langfristig Aussagen über die Angemessenheit von Aufwendungen im Gesundheitssektor treffen zu können, stellt eine solide Erfassung der Ausgaben einen notwendigen ersten Schritt dar. Dies gilt selbstverständlich auch für Ausgaben für illegale Drogen. Die Tatsache, dass man es hier in weiten Teilen mit einem Bereich zu tun hat, der aufgrund der rechtlichen Limitationen im Umgang mit den betrachteten Substanzen nicht unmittelbar zugängliche Informationen bereitstellt („Dunkelfeld“), ist mit erheblichen methodischen Herausforderungen verbunden. Erschwerend kommt hinzu, dass in Deutschland überwiegend eine integrierte Drogen- und Suchtpolitik verfolgt wird, in der eine exakte Trennung der Aufwendungen für ausschließlich illegale Substanzen nur schwer oder gar nicht möglich ist.

    Bislang fehlt für Deutschland eine wissenschaftlich fundierte und umfassende Übersicht darüber, wie hoch die von der öffentlichen Hand und den Sozialversicherungsträgern für den Gesamtbereich „illegale Drogen“ aufgewendeten Ausgaben sind.

    Ziel des Projekts war es daher, eine umfassende Schätzung der direkten (gekennzeichneten und nicht gekennzeichneten) Ausgaben der öffentlichen Haushalte und der Sozialversicherungsträger in Bezug auf den Missbrauch und die Abhängigkeit von illegalen Drogen für das Jahr 2006 vorzunehmen. Inhaltlich orientierte sich das Projekt an Rahmenbedingungen der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA), um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse auch mit anderen Studien und Ländern zu gewährleisten.

    Zur Operationalisierung des Projektziels wurden präzise Ein- und Ausschlusskriterien für einzubeziehende Arten von Ausgaben definiert: Ausgeschlossen wurden z.B. Ausgaben privater Haushalte und indirekte Kosten wie z.B. gesellschaftliche Kosten aufgrund frühzeitiger Mortalität. Das Ergebnis der Schätzung beinhaltet damit ausschließlich direkte Ausgaben der öffentlichen Hand und der Sozialversicherungsträger. Es wurden Behörden und Institutionen identifiziert, die Ausgaben mit Bezug zu illegalen Drogen tätigen. Dies geschah sowohl auf Ebene der Gebietskörperschaften (Bund, Länder und Kommunen) als auch auf Ebene der Sozialversicherungsträger (Gesetzliche Krankenversicherung, Rentenversicherung und Unfallversicherung). Bei der Datensammlung fanden verschiedene Ansätze Anwendung:

    • Auf Ebene der Gebietskörperschaften wurden zunächst die öffentlich zugänglichen Haushaltspläne analysiert und im Anschluss daran Ministerien, nachgeordnete Behörden und Schlüsselpersonen befragt. Wo Ausgaben vermutet wurden, diese aber nicht in öffentlichen Dokumenten gekennzeichnet waren, wurde z.B. in der Literatur oder unter Einbeziehung von Experten nach alternativen Berechnungs- bzw. Schätzverfahren gesucht. So konnten vor allem im Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung (Polizei, Justiz, Strafvollzug) anhand von Daten des Bundeskriminalamts und des Statistischen Bundesamts verschiedene Schätzverfahren angewendet werden.
    • Die Erhebung der Ausgaben der Sozialversicherungsträger erfolgte über eine schriftliche Befragung. Neben der Rentenversicherung Bund wurden die 40 größten gesetzlichen Krankenkassen mittels standardisierter Fragebögen angeschrieben. Die Angaben der teilnehmenden Krankenkassen wurden anschließend für die Gesamt-GKV extrapoliert.

    Während auf Ebene der Gebietskörperschaften eine Eingrenzung auf den Bereich der "illegalen Drogen" in zahlreichen Fällen nur mit Hilfe von Schätzungen attributabler Fraktionen möglich war, konnten die Ergebnisse der Sozialversicherungsträger über die Codes des internationalen Klassifikationssystems für Erkrankungen (ICD-10) relativ präzise bestimmt werden.

    Addiert man die identifizierten und errechneten Ausgaben der Gebietskörperschaften sowie Sozialversicherungsträger auf, errechnet sich für das Referenzjahr 2006 ein Intervall zwischen 5,2 und 6,1 Mrd. € an Gesamtausgaben für den Bereich illegaler Drogen. Aufgrund der methodischen Limitationen und erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich der z.T. verwendeten Schätzwerte, muß dieses Intervall als konservative Schätzung betrachtet werden.

    Das Ziel des Projektes, eine erste Aufstellung der Ausgaben zu erstellen, die öffentlichen Haushalten und Sozialversicherungsträgern durch Missbrauch und Abhängigkeit von illegalen Drogen entstehen, konnte erreicht werden. Anzumerken ist, dass zweifelsohne Unsicherheiten bezüglich des Gesamtergebnisses auf Grund der heterogenen Datenqualität bestehen. Darüber hinaus ist es wichtig zu betonen, dass das Ergebnis noch keinen Aufschluss über die Angemessenheit und den tatsächlichen Nutzen der aufgewendeten öffentlichen Mittel erlaubt. Die Studie bildet allerdings die notwendige Grundlage für eine solche Bewertung, die möglicherweise in der Zukunft durchgeführt wird und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion.

    Veröffentlichung: Mostardt, S., Flöter, S., Neumann, A., Wasem, J. & Pfeiffer-Gerschel, T. (2009). Schätzung der Ausgaben der öffentlichen Hand durch den Konsum illegaler Drogen in Deutschland. Gesundheitswesen.

  • Der Deutsche Kerndatensatz (KDS) – Bestandsaufnahme und Perspektiven

    Der Deutsche Kerndatensatz zur Dokumentation in der Suchtkrankenhilfe (KDS) ist in seiner jetzigen Form seit 2007 in Kraft. Die Veränderungen in den Strukturen und Inhalten der Suchthilfe während der letzten Jahre erfordern es, den KDS in den kommenden Jahren einer Überarbeitung zu unterziehen. Darüber hinaus sind auch europäische Entwicklungen bei der Anpassung des KDS zu beachten.

    Das Ziel der Tagung war es, gemeinsam mit möglichst vielen relevanten Akteuren aus den Bereichen Hilfe, Kommunen, Bundesländer und Bund in strukturierter Form einen Einstieg in die fachöffentliche Diskussion über den KDS zu führen und wichtige Überarbeitungsbereiche des KDS zu ermitteln. 

    Berichte aus den Bundesländern


    Einführung: "Der KDS – (K)Eine lange Reise"


    Einzelne Bereiche des KDS


    Zusammenfassung der Beiträge, Diskussionen und Wortmeldungen

  • First international multidisciplinary forum on new drugs

    Im Anschluss an das jährliche Treffen des EMCDDA-Frühwarnsystems (EWS) richtete die EMCDDA in Lissabon am 11. und 12. Mai 2011 das 1. internationale, multidisziplinäre Forum zu neuen Drogen aus. Neben Vertretern aus den 27 EU-Mitgliedsländern, Kroatien, Türkei und Norwegen nahmen auch Experten aus Australien, Weißrussland, Kanada, Hongkong, Israel, Japan, Neuseeland, Russland, Schweiz und den USA teil. Alle Teilnehmer wurden aufgrund ihrer Expertise und Forschungstätigkeit im Bereich neuer psychoaktiver Substanzen eingeladen (u.a. Rechtsmediziner, Epidemiologen, Ärzte, Polizisten und Mitarbeiter von europäischen und internationalen Organisationen).

    Ziel des Forums war es,

    • einen globalen Überblick über neue Drogen und „Legal Highs“ zu geben,
    • gemeinsame Merkmale, unterschiedliche Erfahrungen und die jeweiligen Reaktionen zu diesem Phänomen zu identifizieren,
    • zukünftige Herausforderungen zu antizipieren und
    • ein Bild zu entwerfen, wie diese neuen Drogen den Drogenkonsum insgesamt beeinflussen und welche (politischen) Reaktionen sinnvoll erscheinen.

    In den über 40 Vorträgen der Experten aus den verschiedenen Ländern mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund wurde deutlich, dass aufgrund der globalisierten und sich schnell entwickelnden Informationstechnologie, auf dem Drogenmarkt ebenso wie in anderen Lebensbereichen ein Paradigmenwechsel stattfindet. Aufgrund dieser Entwicklungen wachsen die Herausforderungen für die Beobachtung, Bewertung und Reaktion auf neue psychoaktive Substanzen. Das Treffen zeigte außerdem die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Analyse des Drogenkonsums und –marktes, um das Zusammenspiel von etablierten illegalen Drogen und neuen psychoaktiven Substanzen besser zu verstehen sowie Prognosen abzugeben, welche Substanzen welches Risikopotential besitzen oder sich dauerhaft etablieren können.

    Das Programm zu dem Forum finden Sie hier, einzelne Vorträge können unter gruebl @ ift.de Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können angefragt werden. Eine ausführliche Beschreibung des Forums finden Sie unter http://www.emcdda.europa.eu/news/2011/new-drugs-forum-conclusion

  • DBDD-Tagung 2008 "Bewährtes übertragen"

    Am 27.10.2008 fand in Berlin die Jahrestagung der DBDD mit dem Titel „Bewährtes übertragen“ statt. Die Veranstaltung wurde von der Deutschen Referenzstelle für die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) durchgeführt und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert.

    Ziel der Veranstaltung war es, an die Ergebnisse der im Jahr 2007 von der DBDD organisierten und gemeinsam mit dem BMG und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) durchgeführten REITOX-Academy anzuknüpfen. Nachdem die Tagung 2007 einen Fokus auf die Vorstellung von Präventions- und Behandlungsprogrammen gelegt hatte, sollte sich der Workshop 2008 vor allem mit den praktischen Aspekten des Transfers dieser Ergebnisse in die Versorgung befassen.

    Die Überführung einzelner (Modell-)Projekte in Angebote der regulären Versorgung stellt Einrichtungen und ihre Mitarbeiter aber auch die Entwickler der Programme immer wieder vor Herausforderungen, die zum Teil bereits bei der Entwicklung der Modellvorhaben berücksichtigt werden können. Die Tagung der DBDD widmete sich denjenigen Aspekten, die sich beim Transfer einzelner Projekte in die Praxis als hilfreich erwiesen haben – sprach aber auch Punkte an, die sich als weniger Ziel führend erwiesen haben.

    Der Transfer von (Modell-)Projekten in die Versorgung wurde aus verschiedenen Perspektiven dargestellt, die jeweils ihre Sichtweisen und Einschätzungen bezüglich eines aussichtsreichen Transfers beschreiben. Eine wichtige Rolle spielen dabei zum einen Programm- und Einrichtungsbezogene Ansätze, bei denen ein konkretes (Modell-)Vorhaben in einer Einrichtung umgesetzt wird und bei denen das Angebot primär vor dem Hintergrund bereits existierender Angebote umgesetzt wird. Zum anderen wurden regionale Ansätze vorgestellt, bei denen die Vernetzung der Versorgungsangebote durch verschiedene Anbieter auf regionaler oder kommunaler Ebene berücksichtigt wird.

    Die Vorträge stehen als PDF-Datei zum Download für Sie bereit:

  • DBDD-Workshop 2010 "Drogen und Haft"

    Wann: 19. November 2010, 9:00 – 16:30 Uhr
    Wo: DBB Forum Berlin, Friedrichstraße 169/170

    Am 19.11.2010 fand in Berlin eine Fachtagung der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) mit dem Titel „Drogen und Haft“ statt. Die Veranstaltung wurde von der DBDD durchgeführt, von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung unterstützt und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert. Ziel der Veranstaltung, an der ca. 120 Personen teilnahmen, war es, den Austausch zwischen Experten aus Theorie und Praxis zu fördern und eine gemeinsame Diskussion anzuregen. Es referierten Vertreterinnen und Vertreter aus den Justizministerien der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin ebenso wie von der Rentenversicherung Rheinland-Pfalz und dem Paritätischen Baden-Württemberg. Als internationale Referenten nahmen Experten des spanischen Innenministeriums, der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) und des Bundesamtes für Gesundheit der Schweiz teil.

    Hier finden Sie den Tagungsbericht.

    Die Vorträge stehen als PDF-Datei zum Download für Sie bereit.

  • Spice II Plus

    Teilprojekt: Inventory of available structures, recommendations and dissemination

    Mit Kooperationspartnern aus verschiedenen europäischen Ländern (Deutschland, Finnland, Österreich und Schweiz) zielt das interdisziplinäre Projekt SPICE II Plus (Hauptantragsteller: PD Dr. Volker Auwärter, Universität Freiburg) darauf ab, neu auftauchende synthetische Drogen toxikologisch zu untersuchen, Aspekte der Nutzung sozialwissenschaftlich zu erforschen und Maßnahmen zur Prävention und Schadensminimierung (Harm Reduction) zu entwickeln und evaluieren.

    Ziele des Teilprojekts, das von der DBDD / vom IFT Institut für Therapieforschung München bearbeitet wird, sind: (1) die bessere Integration bereits existierender Strukturen und Informationen zur Beobachtung neuer psychoaktiver Substanzen (NPS), (2) die Verkleinerung der Lücken zwischen fehlenden Strukturen und Informationen zur Entwicklung von Interventionen sowie (3) die Integration und Bereitstellung aller wichtigen Informationen für alle relevanten Akteure.

    Laufzeit: März 2013 – Februar 2015

    Ansprechpartner

    • Herr Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel, Projektleiter (pfeiffer-gerschel[at]ift.de)
    • Frau Krystallia Karachaliou (karachaliou[at]ift.de)

    Weitere Aktivitäten

    Im Rahmen des EU-Projekts Spice II Plus wurde von Basis e.V., Frankfurt, das Onlineportal www.legal-high-inhaltsstoffe.de entwickelt, auf dem auch Ergebnisse des Projekts veröffentlicht und Onlineberatung zu „Legal Highs“ (für weitere Informationen zu diesem Service s.u.) angeboten werden.

    Onlineberatung zu „Legal Highs“

    Das Onlineportal www.legal-high-Inhaltsstoffe.de bietet Informationen, Beratung und Analyseergebnisse zu den gängigen neuen psychoaktiven Substanzen an und berichtet über aktuelle rechtliche und politische Hintergründe und Veränderungen. Zielgruppe sind betroffene Konsumenten, Eltern und Angehörige sowie Fachleute, die nach Informationen über das sich schnell verändernde Angebot und die Rahmenbedingungen suchen. Das Angebot umfasst: (1) anonyme Beratung ohne E-Mail-Adresse für Konsumenten, Angehörige oder Fachleute, (2) Analyseergebnisse gängiger Produkte und (3) Fortbildungen und Vorträge zum Thema.

    Bericht: Overview of Available Sources, Resources and Institutions Collecting Information on New Psychoactive Substances (en)

    Links: Web Resources on New Psychoactive Substances (NPS) at European / International Level (de, en)

  • Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen

    Das Ziel dieser vom BMG geförderten Studie war die Zusammenstellung von verfügbaren Programmen, Maßnahmen und Vorgehensweisen zur Prävention infektionsbedingter Gesundheitsschäden („Safer Use“) bei Drogenkonsumenten in Deutschland. Die Informationen wurden auf Bundes- und Landesebene und in ausgewählten Städten erfasst.

    Die Untersuchung beschränkte sich nicht auf Programme, in deren Rahmen Injektionsinstrumente getauscht oder verkauft werden, vielmehr war eine umfassende Bestandsaufnahme präventiver Maßnahmen eines Safer-Use-Ansatzes vorgesehen. Dazu gehören

    1. Bereitstellen von Konsumräumen,
    2. Kostenlose Bereitstellung steriler Utensilien,
    3. Kostenlose Vergabe steriler Utensilien nur gegen Tausch gebrauchter Spritzen,
    4. Verkauf steriler Utensilien zur Injektion (z.B. Automaten, Verkauf in der Einrichtung),
    5. Aufklärung über Risiken injizierenden Drogenkonsums (inkl. des Ziels zur Veränderung der Konsumform),
    6. Sonstige präventive Maßnahmen, z.B. kostenlose Vergabe oder Verkauf von Kondomen.

    Bundesweite Statistiken über die exakte Zahl der Vergabestellen oder die Zahl verteilter Spritzen, Kanülen, Kondome etc. stehen bislang nicht zur Verfügung. Darüber hinaus existieren nur wenige systematische Informationen zu den Strukturen/Rahmenbedingungen der Spritzenvergabe und anderer Safer-Use-Maßnahmen (z. B. wer entscheidet über Programme, wer finanziert sie, werden die Programme evaluiert, gibt es systematische Schnittstellen zu anderen Beratungs-/ Behandlungsangeboten).

    Methodik: Befragt wurden Experten auf verschiedenen Handlungsebenen (Landesdrogenbeauftragte, Landesstellen für Suchtfragen, Wohlfahrtsverbände, Ärzte- und Apothekerkammern...). In neun Städten wurden zusätzlich gezielt Einrichtungen mit Angeboten des Safer-Use/Safer-Sex mit einem strukturierten Erhebungsbogen befragt.

    Ergebnisse: Der Abschlussbericht steht auf der Internetseite der Drogenbeauftragten der Bundesregierung  sowie hier zum Download zur Verfügung. > Download

    Laufzeit: Mai bis Dezember 2010
    Ansprechpartner:

    • Frau Dr. Stephanie Flöter (floeter[a]ift.de)
    • Herr Dr. Heinrich Küfner (kuefner[a]ift.de)
  • Suchthilfe im Saarland

    Gutachten zur Bewertung und Weiterentwicklung der Suchthilfestrukturen im Saarland

    Überblick und Hauptziele: Ziel des vom Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes in Auftrag gegebenen Gutachtens war es, insbesondere das zuwendungsfinanzierte Suchthilfesystem des Saarlandes einer kritischen Betrachtung im Hinblick auf Inhalte und Effizienz zu unterziehen. Dafür erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme, deren Gegenstand alle Suchthilfestrukturen im Saarland, d.h. alle präventiven und therapeutischen Maßnahmen von der Beratung bis zur Überlebenshilfe waren.

    Methodik: Für die Bestandsaufnahme wurde ein mehrdimensionales Vorgehen umgesetzt, das Sekundäranalysen vorliegender Daten mit quantitativen und qualitativen Methoden der Sozialforschung verknüpfte. Für eine möglichst transparente Durchführung des Vorhabens wurde ein Expertenbeirat aus wichtigen Vertretern der Suchthilfe gebildet. Dieser diente zudem als wichtige Ressource, um auf das Wissen und die Kenntnisse der Beiratsmitglieder zurückgreifen zu können.

    Ergebnisse: In einem Abschlussbericht wurde das saarländische Suchthilfesystem in seinem Ist-Zustand dargestellt. Darüber hinaus wurden Konsumtrends und Entwicklungen in der Behandlungsnachfrage beschrieben. Abschließend wurden Stärken und Schwächen des Versorgungssystems auf Basis von Expertenmeinungen und einbezogenen Informationen herausgestellt und - soweit möglich - erste Handlungsempfehlungen abgeleitet.

    Finanzierung: Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes

    Laufzeit: April bis Dezember 2011

    Ansprechpartner: 

    • Frau Dr. Stephanie Flöter (floeter[a]ift.de)
    • Frau Dipl.-Psych. Johanna Wenig (wenig[a]ift.de)
    • Herr Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel (pfeiffer-gerschel[a]ift.de)
Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit